Die Ankunft im Olivenhain

Ende Oktober 2018 ist das Aiolos Ernteteam nach Olympia aufgebrochen, um bei der Ernte dabei zu sein und frisches Olivenöl für die Mitglieder zu holen. Hier ein Bericht der Ernte, aus der Sicht von Elisabeth, die zum ersten Mal bei der Olivenernte dabei war:

Die Ankunft im Olivenhain und der erste Blick auf Bäume und Früchte waren so richtig aufregend. Der Hain wurde gerade für die Ernte vorbereitet. Jetzt kann ich auch endlich aus erster Hand die Frage beantworten, wie denn so eine unreife Olive frisch vom Baum schmeckt. Zumindest weiß ich jetzt wie die Sorte Koroneiki frisch gepflückt schmeckt: sehr bitter und scharf, aber man kann die Aromatik des Olivenöls und die grasigen, fruchtigen Noten spüren. Sehr interessant auf jeden Fall – die Vorfreude auf das erntefrische Olivenöl steigt beim Kosten!

Spät am Abend haben wir gleich noch zwei Ölpressen besucht und uns angesehen, wie dort gearbeitet wird. Warum am Abend? Weil die Pressen bis tief in die Nacht in Betrieb sind, um die Tagesernten der Bauern sofort zu verarbeiten. In den Pressen haben wir frische Öle zum Kosten bekommen – herrlich! Hier am Peloponnes sind sich alle einig, dass die Olivenernte heuer sehr niedrig ausfallen wird. Die Wetterextreme des Sommers sind auch hier nicht spurlos vorüber gegangen. Deshalb werden wir uns bei der Ernte in den kommenden Tagen umso mehr bemühen und so gut wir können mithelfen.

Laiki Agora

Vor der Ernte wollten wir uns noch einmal stärken und haben uns am Bauernmarkt (laiki agora) in Pyrgos mit Bergtee, Nüssen, Oliven, Kräutern, Zitrusfrüchten und kiloweise Gemüse versorgt.

Märkte faszinieren mich schon seit der Kindheit (von dem kurzen Moment der Bewusstlosigkeit auf dem Fleischmarkt in Tunis einmal abgesehen :)) und obwohl Bauernmärkte auf den ersten Blick überall ähnlich wirken, so zeigt sich doch immer ein eigener Charakter. Den entdeckt man,  wenn man sich auf die vielen Sinneseindrücke einlässt und mit den Menschen plaudert.

Die Ernte!

Die Erntetage waren voller bleibender Eindrücke – nicht nur schöne Erinnerungen bleiben, sondern im Moment spür ich auch körperlich, dass wir vollen Einsatz gezeigt haben 🙂

Nachdem der Hain in den letzten Tagen für die Ernte vorbereitet wurde, konnte gleich in der Früh damit begonnen werden, die grünen Früchte vom Baum zu holen. Anfangs habe ich nur beobachtet, bis ich verstand, wie das Team arbeitete – nach kurzer Zeit hab ich dann gesehen, wo ich helfen kann – oder zumindest wo ich nicht allzu viel im Weg stehe… 😉 Ein bisschen Anerkennung konnte ich mir schließlich aber doch erarbeiten („she works!“) und auch den Test des Olivenhainbesitzers Mister Manulakis hab ich bestanden…

Da die Oliven grün, also unreif, geerntet werden, fallen sie nicht von selbst vom Baum. Nachgeholfen wird mit Werkzeug, das wie ein Kamm oder ein Rechen funktioniert und die Früchte von den Ästen streift. Das ist gar nicht so einfach und braucht Übung. Eine Maschine mit Gummifingern, die die Früchte von abgeschnittenen Ästen streichen, hilft da sehr. Das Gerät zu bedienen macht echt Spaß, weil man zusehen kann, wie sich die Kisten füllen. Zügig ging es Baum für Baum voran und nach ein paar Stunden waren alle Kisten bis oben gefüllt.

Mit dem Tageswerk ging es am späten Nachmittag ab in die Presse. Das abendliche geschäftige Treiben in der Olivenpresse hat mich tief beeindruckt und es ist wirklich aufregend, wenn die Oliven aufs Förderband kommen und man den Weg durch die Anlage mitverfolgen kann.

Die Olivenölproduktion

Den Weg der Oliven bis zum fertigen Öl könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.